Search Console meldet „Seite mit Weiterleitung“: Welche URL solltest du prüfen?
Verstehe den Status Seite mit Weiterleitung und prüfe Quelle, Ziel und unerwartete Umleitungen.
Du verschiebst eine Dienstleistungsseite von /old-service nach /services/design. Später führt die Search Console die alte Adresse unter „Seite mit Weiterleitung“ auf. Die neue Seite lässt sich im Browser öffnen. Muss die alte Adresse ebenfalls indexiert werden?
Meist ist die sinnvollere Frage, ob die alte Adresse zu der Seite führt, die Besucher tatsächlich finden sollen. Google beschreibt diesen Status als nicht kanonische URL, die auf eine andere Seite weiterleitet. Die Quell-URL ist unter diesem Status nicht indexiert; das Weiterleitungsziel kann indexiert sein, muss es aber nicht. Ein anderer Berichtseintrag, „Weiterleitungsfehler“, bezeichnet ein Problem, auf das Google beim Folgen einer Weiterleitung gestoßen ist, etwa eine Schleife oder eine zu lange Kette.
Das Beispiel dient nur zur Veranschaulichung und stammt nicht aus der Prüfung einer Kundenwebsite. So kannst du eine wichtige URL untersuchen, bevor du Weiterleitungen auf der gesamten Website änderst.
Quelle und gewünschtes Ziel notieren
Öffne in der Search Console den Bericht zur Seitenindexierung, wähle „Seite mit Weiterleitung“ und anschließend eine URL. Kopiere die vollständige Adresse einschließlich http oder https, Hostname, Pfad, abschließendem Schrägstrich und möglicher Abfrageparameter. Falls der Bericht das Datum des letzten Google-Crawls zeigt, notiere auch dieses.
Notiere dann sowohl die gemeldete URL (die Quelle) als auch die Adresse, die Besucher erreichen sollen (das Ziel). Der Umzug einer alten Dienstleistungs-URL auf ihre Nachfolgerseite kann beabsichtigt sein. Eine URL aus einer bezahlten Kampagne, die Besucher auf eine thematisch unpassende Startseite schickt, verdient dagegen eine genauere Prüfung.
Eine URL in diesem Bericht beweist für sich genommen weder, dass das Ziel indexiert ist, noch, dass die Weiterleitung deinem Ranking geschadet hat. Der Eintrag zeigt auch nicht, welche Einstellung die Weiterleitung angelegt hat.
Die Adresse ohne Anmeldung aufrufen
Öffne die Quell-URL in einem privaten Browserfenster und notiere die zuletzt angezeigte Adresse. Erreichst du die erwartete Seite mit dem erwarteten Inhalt? Führt die Adresse zu einer Anmeldung, einer falschen Sprache, einem unpassenden Angebot oder einer Fehlerseite, halte fest, was wann passiert ist. Ein privates Browserfenster zeigt den Weg für diesen Besucher; Googlebot kann eine andere Antwort erhalten, etwa wenn eine Regel nach User-Agent unterscheidet.
Ist die endgültige Adresse unerwartet, prüfe den Weg mit den Weiterleitungswerkzeugen deines Hosting-Anbieters oder einem Web-Debugging-Werkzeug, das jede Antwort und ihren Location-Header anzeigt. Eine Kette könnte so aussehen:
/old-service → /services → /services/design
Diese Kette ist nur ein Beispiel. Führt ein Schritt zu einer früheren Adresse zurück oder auf ein ungültiges beziehungsweise leeres Ziel, untersuche diesen Schritt. Google nennt unter „Weiterleitungsfehler“ Schleifen, zu lange Ketten, ungültige oder leere URLs sowie URLs, die schließlich zu lang werden. Ein Eintrag „Seite mit Weiterleitung“ bedeutet nicht automatisch, dass einer dieser Fehler vorliegt.
Bei einer Plattform können Weiterleitungen in deren Verwaltungsoberfläche, einem Plugin, dem Webserver oder einer anderen Ebene wie einem CDN eingerichtet sein. Regeln verschiedener Ebenen können sich widersprechen. Verfolge daher den Weg und prüfe, zu welcher Ebene jede Regel gehört, bevor du etwas änderst. Füge keine privaten URLs, Zugriffstoken oder Kundendaten in einen öffentlichen Debugging-Dienst ein.
Das Ziel separat prüfen
Sieh dir in der URL-Prüfung das indexierte Ergebnis für die Quelle und dessen Crawldatum an. Prüfe danach das vorgesehene Ziel als eigene URL. Der Bericht für die Quelle bestimmt nicht den Indexierungsstatus des Ziels. Liegt das Ziel außerhalb einer Property, die du prüfen kannst, kontrolliere seine öffentliche Erreichbarkeit und frage gegebenenfalls den Eigentümer. Möglicherweise kannst du seinen Search-Console-Indexstatus nicht einsehen; ein fehlendes Prüfergebnis beweist keine fehlende Indexierung.
Laut Google folgt der Live-Test einer Weiterleitung und prüft die endgültige URL, ohne anzuzeigen, dass er einer Weiterleitung gefolgt ist oder welche Adresse er schließlich geprüft hat. Der Live-Test hilft damit bei der aktuellen Zugriffsprüfung, ersetzt aber nicht die Prüfung des Weges von der Quelle zum Ziel. Das Live-Ergebnis garantiert auch keine Indexierung und sagt Googles gewählte kanonische URL nicht voraus. Vergleiche es mit den von Google gespeicherten Indexinformationen und deren Daten, statt beide als dieselbe Beobachtung zu behandeln.
Ist das Ziel nicht indexiert, prüfe den für dieses Ziel gemeldeten Grund. Ein beabsichtigtes noindex auf der Zielseite ist beispielsweise eine andere Frage als eine korrekt weiterleitende Quelladresse. Bearbeite den Indexierungsgrund des Ziels. Eine funktionierende Weiterleitung nur zu entfernen, um den Quelleintrag zu bereinigen, löst kein noindex auf dem Ziel.
Behalten oder korrigieren?
Führt eine alte Adresse beabsichtigt und zuverlässig zu einer passenden Nachfolgerseite und ist diese die Seite, die Besucher finden sollen, ist der Status allein kein Grund, die Weiterleitung zu entfernen. Eine funktionierende alte Adresse hilft auch Personen, die vorhandenen Links folgen. Google kann eine ältere Adresse weiterhin über Links oder andere Quellen entdecken. Ein fortbestehender Berichtseintrag nennt seine Entdeckungsquelle nicht und beweist nicht, dass die aktuelle Sitemap ihn noch enthält.
Leitet eine wichtige Seite unerwartet an das falsche Ziel weiter, suche und korrigiere die verantwortliche Regel. Eine Produktseite, die auf eine unpassende Startseite führt, ist etwas anderes als eine alte URL, die auf ihre Nachfolgerseite verweist. Gibt es für eine entfernte Seite keinen passenden Ersatz, kann eine Antwort 404 Not Found oder 410 Gone angemessen sein. Die Weiterleitung unpassender entfernter Seiten auf die Startseite kann als Soft-404 behandelt werden.
Bei einem dauerhaften Umzug betrachtet Googles Weiterleitungsleitfaden permanente Weiterleitungen wie 301 und 308 als Signale dafür, dass das Ziel kanonisch sein sollte. Temporäre Weiterleitungen wie 302 und 307 haben eine andere Bedeutung. Google führt serverseitige Weiterleitungen unter den Methoden mit der höchsten Wahrscheinlichkeit einer korrekten Interpretation zuerst auf. Wähle anhand der beabsichtigten Dauer des Umzugs; Googles endgültige kanonische URL kann von deiner bevorzugten Adresse abweichen.
Eigene Links auf die vorgesehene Seite richten
Verwendet deine aktuelle Sitemap oder ein interner Link noch die alte URL, aktualisiere ihn gegebenenfalls auf das vorgesehene Ziel. Nach dem Umzug von /old-service nach /services/design kann beispielsweise ein Navigationslink unter deiner Kontrolle direkt auf /services/design zeigen. Behalte die Weiterleitung für alte Links, die du nicht aktualisieren kannst. Entferne sie nicht allein deshalb, weil du deine Navigation geändert hast.
Diese Bereinigung bietet Besuchern einen direkten Weg und gibt Google klarere Hinweise auf die bevorzugte Adresse. Sie verspricht keine Indexierung und ist kein Grund, jeden alten Link im Internet zu ersetzen. Die Search Console kann URLs melden, die sie aus anderen Quellen als deiner aktuellen Sitemap entdeckt hat.
Einen Weg erneut prüfen und das Ergebnis festhalten
Prüfe nach einer Korrektur erneut den Weg von der Quelle zum Ziel und untersuche das Ziel nochmals. Notiere Quelle, endgültige URL, beobachtete Antworten oder Weiterleitungsschritte, Änderung und Datum. Wenn du ein tatsächliches Problem behoben hast, bietet die Search Console eine Validierung an, damit Google es erneut prüft. Die Validierung garantiert weder die Indexierung des Ziels noch eine Aktualisierung des Berichts an einem bestimmten Tag.
Für eine separate Prüfung der Startseite bietet der Website-SEO-Checker von SEOHabit nach der Registrierung eine erste Prüfung mit begrenztem Startseitenumfang. Für diese erste Prüfung ist keine Bestätigung der Website-Inhaberschaft erforderlich, für fortlaufende Prüfungen dagegen schon. Das Tool kann nicht erklären, warum Google ein bestimmtes Weiterleitungsziel gewählt hat; nutze dafür die Search Console und den tatsächlichen Weiterleitungsweg.
Eine Weiterleitung kann der beabsichtigte Weg sein und kein Fehler. Beginne mit der exakt gemeldeten Adresse, prüfe, wohin sie führt, und untersuche die Seite, die Menschen tatsächlich finden sollen.
Quellen: Googles Bericht zur Seitenindexierung (https://support.google.com/webmasters/answer/7440203), Hilfe zur URL-Prüfung (https://support.google.com/webmasters/answer/9012289) und Leitfaden zu Weiterleitungen (https://developers.google.com/search/docs/crawling-indexing/301-redirects).